Harsewinkel mit seinen ca. 22000 Einwohnern, ist eine von 13 Gemeinden im Kreis Gütersloh. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist katholisch. Die Stadt Harsewinkel blickt auf eine über l000-jährige Geschichte zurück. Auf eine Besiedlung um 600 v Chr. weisen Urnenfunde hin.

Urkundlich erwähnt wird sie erstmalig in der Freckenhorster Heberolle von Anno 1050. Gleichzeitig wird darin auch der Name "Grevene" genannt, womit das spätere Greffen gemeint ist. Im Jahre 1185 wird von den Zisterziensermönchen das Kloster "Campus Sanctae Mariae" gegründet, die Grundsteinlegung für das heutige Marienfeld.

1804 wird Harsewinkel zur Titularstadt erhoben. 12 Jahre später entsteht das Amt Harsewinkel mit den dazugehörigen Gemeinden Harsewinkel und Marienfeld. 1820 kommt Greffen hinzu. Die endgültige heutige Form der Stadt Harsewinkel resultiert aus dem Zusammenschluß der 3 Gemeinden am 01.01.1973. Damit wurde auch die politische Bindung an den Kreis Warendorf und auch an den Regierungsbezirk Münster gelöst.

Von nun an gehörte die Stadt Harsewinkel, zum Kreis Gütersloh und Regierungsbezirk Detmold. Die St. Hubertus-Schützenbruderschaft Harsewinkel eV. gehört aber weiterhin zum Bistum Münster. Das zeigen auch die jährlichen Teilnahmen an den Bezirkskönigsschießen und Kreisehrengardentreffen im Altkreis Warendorf.

 


Das Gründungsjahr für unsere Bruderschaft ist urkundlich in der Harsewinkeler 'Vergnügungsakte" mit 1854 nachgewiesen. Diese Jahreszahl ist ebenfalls auf der alten Fahne, die sich in einem Glasschrank im Sankt Lucia-Pfarrheim befindet, eingestickt. Durch die Bemühungen des damaligen Gutsbesitzers Niedik und des Kaufmannes Luthe wurde der Schützenverein 1854 ins Leben gerufen.

Bis zum Jahre 1876 trug er den Namen "Schützengesellschaft Harsewinkel". Er wurde dann in den Namen "Land- und Stadtgemeinde Harsewinkel umbenannt. Parallel dazu gab es seit 1845 auch schon den Bürgerschützenverein Harsewinkel. 1937, als ein gewaltsamer Zusammenschluß der beiden Schützenvereine erzwungen werden sollte, sagten sich die Mitglieder des Schützenvereins "Land und Stadt Harsewinkel" vom Schützenwesen los.

Dank Initiative des späteren Präsidenten Antonius Everding und seiner Kinder, wurde im Jahre 1953 der sogenannte "Bauern-Schützenverein" wieder ins Leben gerufen.

Am 09. August des oben genannten Jahres wurden während der Gründungsversammlung im Saale Poppenborg ca. 100 Mitglieder aufgenommen. Das Interesse der Bevölkerung war so groß, daß zum ersten Schützenfest nach der Neugründung am 13. Sept. 1953 beim Festwirt Poppenborg 332 Schützen antraten.

Ein Jahr später wurde das 100-jährige Bestehen gefeiert. Der Schützenverein der "Land und Stadtgemeinde Harsewinkel" trat auf Anregung des Pfarrdechanten Theodor Markfort in diesem Jubiläumsjahr dem Bund der historischen Schützenbruderschaften bei und nannte sich ab sofort

"St. Hubertus-Schützenbruderschaft Harsewinkel".

Seine Ziele und Aufgaben lauteten von nun an: Bekenntnis zum Glauben, Schutz der Sitte und Liebe zur Heimat.

 


Für den Außenstehenden mag es so aussehen, daß die Aufgaben einer Schützenbruderschaft nur aus Feiern von Schützenfesten besteht. Dabei sieht die Entstehungsgeschichte ganz anders aus. Schon vor 600 Jahren gab es in Frankreich und Flandern sogenannte "Schützengesellschaften", die noch im gleichen Jahrhundert den Einzug nach Westfalen und Niedersachsen hielten.

Die Aufgabenbereiche dieser Vereine waren unterschiedlich. In den ländlichen Bereichen und Bauernschaften wurden interessierte Schützen ausgebildet, die das Leben und das Eigentum gegen mordende Soldaten und Plünderer verteidigen sollten. Daher auch die Bezeichnung "Schützen", gleichgestellt mit beschützen. Die damaligen Schützenfeste dienten zu Übungszwecken.

Im 17. Jahrhundert, als wieder Ruhe einkehrte, ändert sich der Aufgabenbereich. Man wandte sich nun religiösen und mildtätigen Werken der Nächstenliebe zu. So wurden unter anderem von den schwarzen Mäntel tragenden Schützen die Pesttoten vor den Stadtmauern begraben. Dieses ist glücklicherweise heute schon in Vergessenheit geraten.

Was uns geblieben ist, ist die Pflege einer schönen Tradition und schönen Brauchtums.

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